Crailsheimer
Historischer Verein e. V.

Crailsheimer Stadtgeschichte in Corona-Zeiten

Öffentliche Vortragsveranstaltungen sind unter den Bedingungen der Corona-Pandemie im Moment ebenso wenig möglich wie historische Exkursionen und Stadtrundgänge. Der Crailsheimer Historische Verein ist trotz der Einschränkungen nicht untätig. Soeben erschienen ist Heft 5 der „Crailsheimer Geschichtsblätter“, das acht spannende Beiträge zur lokalen und regionalen Geschichte präsentiert.

Inhaltlich reicht der Bogen der angesprochenen Themen von dem Abdruck einer bisher unbekannten Crailsheimer Chronik aus dem 17. Jahrhundert (Hans Gräser und Gernot Stepper) bis zu einer Abhandlung von Prof. em. Wolfgang Schlauch über die Herrschaft der amerikanischen Militärregierung in der unmittelbaren Nachkriegszeit unter den beiden ersten Landräten Erbprinz Gottfried von Hohenlohe-Langenburg und Karl Daurer. Dr. Helga Steiger beschäftigt sich mit der Geschichte der Crailsheimer Liebfrauenkapelle und diskutiert dabei auch ihre mögliche Funktion als Ratskapelle. Hans Gräser widmet sich der Geschichte der Geburtshilfe in Crailsheim vom 15. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, versehen mit einer Liste der namentlich bekannten Hebammen und der Stadtärzte in diesem Zeitraum.

In die Umgebung Crailsheims führen die Beiträge von Roland Hofmann, der sich auf eine detaillierte Spurensuche nach dem Rittergut Kreßberg und den dort ansässigen Herren von Knöringen begibt, und von Dinah Rottschäfer, die Christian Thalwitzer, einen Barockmaler „zu Creylsheimb“, in den Blick nimmt. Bekannt wurde dieser insbesondere durch seine Arbeiten in Schloss Weikersheim. Abgerundet wird die Vielfalt des Bandes mit einer Darstellung von Dr. Dr. Gerhard Seibold über die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Glasgemälde im Chor der Johanneskirche sowie einer Abhandlung über die Geschichte der Firma Bourzutschky durch den aktuellen Vorsitzenden des Crailsheimer Historischen Vereins, Gernot Mitsch.

Der von Gernot Stepper erneut sehr ansprechend gestaltete Band umfasst stolze 262 Seiten und ist mit zahlreichen Abbildungen versehen. Eine öffentliche Buchvorstellung ist leider nicht möglich. Vereinsmitglieder, die das Heft kostenlos als Jahresgabe erhalten, können es im Stadtarchiv Crailsheim abholen. Dort ist es zum Preis von 15 Euro auch käuflich zu erwerben.