
Prof. Dr. Wolfgang Benz
Ressentiments, Vorurteile und Feindbilder sind zählebig und haben in Krisenzeiten besondere Anziehungskraft. Verschwörungsfantasien erklären die Welt mit abstrusen Theorien, die „Fremden“ die Schuld an Missständen und Katastrophen zuweisen. Als „fremd“ werden Angehörige kultureller, religiöser, ethnischer, sozialer Minderheiten erklärt, um sie zu verdächtigen, zu vertreiben, zu verfolgen und oder zu vernichten. Die Ressentiments gegen Juden (Antisemitismus) und gegen Sinti und Roma (Antiziganismus) mündeten im Völkermord. Die Motive und den Gewinn der Mehrheit durch die Ausgrenzung von Minderheiten zu ergründen, ist Aufgabe der Ressentimentforschung. Sie zeigt den Weg vom Vorurteil zur Gewalt. In diesem Vortrag werden die Zusammenhänge beleuchtet und Wege zurück aus der Gewalt aufgezeigt.
Prof. Dr. Wolfgang Benz leitete von 1990 bis 2010 das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin und ist einer der renommiertesten deutschen Historiker. Er ist Experte für Nationalsozialismus, Antisemitismus und Erinnerungskultur.
Eine Veranstaltung der Evangelischen Bildung Kreis Schwäbisch Hall in Kooperation mit der Volkshochschule Crailsheim, dem Stadtarchiv Crailsheim, „Kultur.Gut“ und Katholischer Erwachsenenbildung