Crailsheimer
Historischer Verein e. V.

Donnerstag
Vortrag von Prof. Dr. Andreas Deutsch

Abdecker (Thomas Rowlandson, um 1800)

Kaum etwas war in der Frühneuzeit wichtiger als eine „eheliche und ehrliche Herkunft“. Nur wer dies beides nachweisen konnte, durfte beispielsweise ein ehrliches Handwerk ergreifen. Anfänglich galten vor allem „fahrende Leute“, wozu auch Schauspieler, Musiker und Prostituierte zählten, als „unehrlich“. Hinzukamen Berufe, die mit Tod, Dreck und Schmutz zu tun hatten, etwa die Henker, Gassenkehrer, Kloakenfeger, Totengräber und Bettelvögte. Mancherorts waren aber selbst Büttel, Türmer und Zöllner bescholten. Schließlich traf der Makel der „Unehrlichkeit“ immer mehr Handwerksberufe, etwa Leineweber, Schäfer, Müller, später auch Bader und Barbiere. Doch was waren die Gründe? Wie wirkte sich der Makel der „Unehrlichkeit“ im Alltag aus? Und wie gelang es einzelnen, den „angeborenen Makel“ zu überwinden?

Der Rechtshistoriker Professor Andreas Deutsch wird diesen Fragen in seinem reich bebilderten Vortrag auch anhand regionaler Beispiele nachgehen. Deutsch ist Professor für Rechtsgeschichte an der Universität Heidelberg und Leiter der Forschungsstelle Deutsches Rechtswörterbuch an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. In zahlreichen Publikationen hat er sich mit der Geschichte unserer Region auseinandergesetzt.

Eintritt: EUR 5,00 (Abendkasse), Mitglieder des Crailsheimer Historischen Vereins frei

Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Crailsheim und des Crailsheimer Historischen Vereins